Schwäbische Alb Gruorn Kirche

Dorf Gruorn auf der Schwäbischen Alb

Inmitten des Biosphärengebiets der Schwäbischen Alb befindet sich auf dem ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen das Dorf Gruorn. Die Reste des Dorfes Gruorn sind nicht nur Zeitzeugen sondern auch Mahnmal an das Grauen der beiden Weltkriege.

Dorf Gruorn auf der Schwäbischen Alb

Dorf Gruorn – Geschichte

Inmitten einer bewaldeten, hügeligen Landschaft befindet sich das Dorf Grorn auf der Schwäbischen Alb. Eine perfekte Lage für alle gestressten Großstadtmenschen, die Ruhe suchen. Doch die Idylle trügt! Heute existieren nur noch das alte Schulhaus sowie die Kirche mit ihrem Friedhof. Die Wälder und Wiesen rings um wurden durch alte Kampfmittel belastet. Das Betreten außerhalb der markierten Wege ist nicht nur verboten, sondern auch höchst gefährlich.

Gruorn wurde bereits 1095 urkundlich erwähnt. 1861 lebten bereits 469 Menschen in dem kleinen Dorf auf der Schwäbischen Alb. Bis 1937 wuchs die Bevölkerung auf stattliche 665 Einwohner an. Allerdings war dies kein gutes Jahr für die Gruorner Bevölkerung, denn sie wurden in diesem Jahr zwangsumgesiedelt.

Gruorn lag neben dem Münsinger Truppenübungsplatz, der vergrößert werden sollte. Das Dorf sollte für militärische Übungen im Häuserkampf genutzt werden. Nicht nur durch die Nutzung der Gebäude für Kampfhandlungen, sondern auch durch Witterungseinflüsse wurden die Gebäude im Laufe der Zeit beschädigt und verfielen. Aufgrund dieser starken Schäden wurde das Dorf dem Erdboden gleichgemacht. Von den einst 177 Häusern blieb lediglich das Schulhaus sowie die Ruine der Stephanuskirche erhalten.

Heute sind diese beiden Gebäude die Wahrzeichen von Gruorn. Im alten Schulhaus, das 1881 erbaut wurde, befindet sich heute eine kleine Gaststätte sowie ein kleines Heimatmuseum.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gelände von der französischen Siegermacht übernommen und erst 2005 an die Bundesrepublik zurückgegeben.

Truppenübungsplatz heute

Bereits Ende des 19. Jhd. wurden dort militärische Übungen abgehalten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gelände von der französischen Siegermacht übernommen und erst 2005 an die Bundesrepublik zurückgegeben.

Inmitten dieses Übungsplatzes befand sich das Dorf Gruorn mit knapp 700 Einwohnern. Nachdem der Übungsplatz in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts erweitert wurde, mussten diese Bewohner ihr Dorf verlassen. Fortan wurde in diesem Dorf der Häuserkampf geübt, wobei es sehr stark gelitten hat. Aufgrund dieser starken Schäden wurde das Dorf dem Erdboden gleichgemacht. Verschont und erhalten geblieben sind die Dorfkirche und das ehemalige Schulhaus. Mit viel Engagement wurden diese wiederaufgebaut und renoviert und können heute besichtigt werden.

Geteerte Wanderwege durchziehen heute das 6.700 Hektar große Gelände, das heute Land und Forstwirtschaftlich genutzt wird. Da sich immer noch explosive Kampfmittel auf dem Gelände befinden, weisen Schilder daraufhin, dass es verboten ist, die ausgeschilderten Wege zu verlassen. Noch heute finden sich Zeugen des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Die Panzerschießbahnen sind ebenso noch erhalten wie die Munitionsbunker. Die ehemaligen Beobachtungstürme stehen zwischenzeitlich dem Besucher offen, die einen fantastischen Blick auf die einmalige Hügellandschaft der Schwäbischen Alb ermöglichen.

Bedingt durch die militärische Nutzung sowie die eingeschränkte touristische Nutzbarkeit konnte sich eine reichhaltige Flora und Fauna entwickeln. Die vom Aussterben bedrohte Heidelerche konnte hier eine beachtliche Population entwickeln. Wer sich früh morgens bereits auf den Weg macht, kann neben Rehen auch den scheuen Fuchs und Dachs beobachten. Besonders schön ist es, wenn die Bussarde und Rotmilane ihren markanten Rufen im leuchtenden blauen Himmel ihre majestätischen Kreise ziehen.

Das alte Schulhaus

 

 

Die Stephanuskirche

 

Blick über die Schwäbische Alb
Blick über die Schwäbische Alb
Schafe auf der Alb
Schafe auf der Schwäbischen Alb

 

Blick über die Schwäbische Alb
Blick über die Schwäbische Alb, Foto: Thomas Stiffel

 

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