Grotte Niaux

Höhle von Niaux – Steinzeitkunst erleben

Die Höhle von Niaux stellt eine der wichtigsten Höhlen mit Höhlenmalereien aus der Steinzeit dar. Vor 13.000 Jahren wurden diese durch die damaligen Bewohner des heutigen Pyrenäengebiet der Ariège erstellt. Es gibt nicht wenige Menschen, die der Ansicht sind, dass Südfrankreich die Wiege der Menschheit darstellt. Heute können Besucher die Originalhöhle mit ihren Gemälden besichtigen. Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit bis dies aus Schutzgründen nicht mehr möglich ist

Die Höhle von Niaux

Das Wichtigste der Höhle Niaux in Kurzform

Die Höhle von Niaux ist eine der wenigen Höhlen mit originalen Malereien aus der Steinzeit, die heute noch besucht werden darf. Damit stellt sie eine Ausnahme dar, da die meisten anderen Höhlen mit Malereien für Besucher nicht mehr zugänglich sind. Damit diese Höhlen trotzdem besichtigt werden können, wurden sie aufwändig nachgebaut. Die Höhle von Niaux ist ein weitverzweigtes Höhlensystem.

Vor Tausenden von Jahren ist das System durch einen unterirdischen Wasserlauf entstanden, der sich in den weichen Kalkstein gefressen und aufgelöst hat. Es ist schon etwas besonders, in die Fußstapfen eines Steinzeitkünstlers zu treten und seinen Spuren zu folgen.

Die authentischen Malereien der Steinzeitmenschen konzentrieren sich im sogenannten Salon Noir. Hier können Sie in Ruhe die einmaligen Gemälde bewundern. Wunderschöne Tiermalereien in Verbindung mit rätselhaften Zeichen wurden vor ca. 12.000 Jahren durch die sogenannten Cro-Magnons erschaffen. Zeitlich gesehen ist der Cro-Magnon der Nachfolger des Neandertalers.

Was ist das Besondere an der Höhle von Niaux?

Zunächst ist es wirklich besonders, dass der Besucher die Originalhöhle besuchen darf. Die meisten Höhlen mit Höhlenmalereien bleiben dem „normalen“ Besucher für immer verschlossen. Die alten Malereien sind in schwarzer Strichzeichnung ausgeführt.  Zu sehen sind die großen Säugetiere der prähistorischen Zeit: Pferde, Bisons, Hirsche, Steinböcke, Wisente und Hirsche. Schwarze Tierzeichnungen finden sich sonst nur noch in der Höhle von Rouffignac.

Plan der Höhle von Niaux
Höhlenplan

 

Besonders auffällig ist das riesige Eingangsportal zur Höhle von Niaux. Die Größe ist so gewaltig, dass nicht nur der Parkplatz darin Platz findet, sondern sogar das Besucherzentrum und eine majestätische Aussichtsplattform. Der Blick von der Aussichtsplattform in die umliegende Bergwelt ist überragend!

Eingangsportal Höhle von Niaux
Eingangsportal Höhle von Niaux

Wo kann ich die Eintrittskarten für die Höhle buchen?

Da die Besucherzahlen auf 200 Besucher pro Tag limitiert sind, ist eine Onlinebuchung obligatorisch. Mit dem nachfolgenden Link gelangst Du direkt zur Original-Buchungsseite https://sites-touristiques-ariege.oxygeno.fr/
Die Buchungsseite ist auf Französisch, Spanisch und Englisch. Auch ohne Sprachkenntnisse ist die Seite der Höhle von Niaux verständlich.

Wo befindet sich die prähistorische Höhle?

Die Höhle Niaux befindet in den französischen Pyrenäen ca. 100 km südlich von Toulouse. Die Höhle befindet sich an der Straße Nr. 8 zwischen Tarascon-sur-Ariege und Val-de-Sos. Die Zufahrt ist ausgeschildert.
Grotte de Niaux – SESTA, Parc de l’Art Préhistorique, Route de Banat, 09400 Niaux, Telefon: +33 5 61 05 10 10

Auf dem Parkplatz gibt es keine Übernachtungsmöglichkeit für Wohnmobile!

Tipp: Verwende die GPS Daten zur Navigation:  42.81974, 1.593

Was muss ich für einen Besuch in der Steinzeithöhle von Niaux wissen?

  • Um die Höhle zu erhalten, ist die Besucherzahl streng reglementiert
  • Die Führung dauert ca. 1h45
  • Der Besucherweg ist insgesamt 2,5 km lang und muss innerhalb der o.g. Zeit begangen werden
  • Es gibt keine installierte Beleuchtung. Die Beleuchtung erfolgt ausschließlich mit bereitgestellten Taschenlampen, was einen authentischen Eindruck vermittelt
  • aufgrund des unwegsamen Weges ist ein Besuch für Menschen mit Behinderung leider nicht möglich
  • Auch ein Besuch mit Kindern unter 6 Jahren ist sehr problematisch und sollten nicht am Besuch teilnehmen
  • Hunde sind nicht gestattet
  • Es ist nicht gestattet irgendwelche Stöcke, Kinderwagen, Kindertragen oder Rucksäcke mitzuführen
  • Es ist nicht gestatten Fotos oder Videoaufnahmen zu machen
  • In der Höhle von Niaux herrscht eine Durchschnittstemperatur von 12 Grad C. Deshalb ist ein Pullover o.ä. zu empfehlen
  • Festes Schuhwerk ist ebenfalls zu empfehlen
  • Der Weg ist nicht befestigt und mit rutschigen Stellen ist zu rechnen
  • Besucher sollen mindestens 15 Minuten vor Beginn der Führung durch die Höhle von Niaux vor Ort sein. Eintrittskarten verfallen Ersatzlos!

 

Fotogalerie

Diese Fotos ersetzen auf keinen Fall einen Besuch dieses besonderen Ortes, sondern sollen Appetit auf ein unvergessliches Höhlenabenteuer machen!

In der Höhle selbst besteht striktes Fotografierverbot. Wir danken deshalb dem Tourisme Ariege Pyrenees das uns die Höhlenfotos zur Verfügung gestellt hat!

Ausführliche Beschreibung der Höhle von Niaux

Die Anfahrt

Der kleine Ort Niaux befindet sich rund 1 Autostunde südlich von Toulouse sowie 2,5 Stunden westlich von Perpignan in den Pyrenäen.

Eine Anfahrt mit Unterstützung eines Navigationsgerätes gestaltet sich sehr einfach. Die Grotte Niaux ist auf den bekannten braunen Straßenschildern sehr gut ausgeschildert. Von der D8 bei Niaux zweigt eine kleine schmale Straße ab und führt malerisch auf den Berg zur Höhle hinauf. Die Straße endet auf einem Parkplatz, der sich in einem gewaltigen 55 Meter hohen Höhlenportal befindet. Auch für größere Wohnmobile sollte genügend Stellfläche vorhanden sein. Alternativ können folgende GPS Koordinaten verwendet werden, die direkt auf den Parkplatz führen.

GPS Koordinaten zur Höhle von Niaux: 42.81974, 1.593

Neben dem gewaltigen Höhlenportal fällt einem sofort eine rostbraune Stahlwand auf, dessen Funktion sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Hinter der Stahlwand befindet sich der Zugang zu einer Aussichtsplattform, von wo aus ein fantastischer Blick auf die Bergwelt ermöglicht wird.

Entdeckungsgeschichte

Zu den meisten Höhlen gibt es eine interessante und spannende Entdeckungsgeschichte zu erzählen. Bei der Grotte Niaux ist das leider nicht der Fall. Die Höhle ist schon lange bei Jägern und Sammlern bekannt. Sie wurde aber niemals von Menschen bewohnt. Dennoch zeugen Graffitis von den zahlreichen Besuchern, die im Laufe der Jahrhunderte vorbeikamen. In der Höhle ist die eingravierte Jahreszahl 1602 zu finden.

Im Jahre 1660 kam man auf die Idee, den Besuchern des nahegelegenen Thermalbades von Ussat-les-Bains eine weitere Attraktion anzubieten. Also wurde eine Besichtigung der bereits damals bekannten Grotte Niaux organisiert. Die damaligen Besucher hinterließen eine Vielzahl an Graffitis, die erst vor kurzem entfernt wurden. Lediglich der Besucher Ruben de la Vialle blieb erhalten, dessen Schriftzug heute noch zu sehen ist.

Erst im Jahre 1866 besuchte der Archäologe Félix Garrigou aus Ariège die Höhle. Die Bedeutung der Höhlenbilder hatte der Archäologe aber nicht erkannt. Am 7. April 1866 notierte er in seinem Notizbuch „Wände mit lustigen Zeichnungen von Ochsen und Pferden“ und am 16. Juni Amateurkünstler, die Tiere gezeichnet haben. Warum das?

Die Wissenschaft entwickelt sich

Die Existenz prähistorischer Höhlenkunst wurde von der wissenschaftlichen Welt erst 1902 offiziell akzeptiert. Erst im September 1906 wurden die Gemälde von Molard mit seinen beiden Söhnen wiederentdeckt. Der Professor Cartailhac von der Universität in Toulouse war in der damaligen Zeit ein großer Prähistoriker. Er authentifiziert die Bilder und nimmt gemeinsam mit dem Abt Henri Breul das Studium der Höhlenbilder auf. Eine erste Veröffentlichung findet im Jahre 1908 in der Zeitschrift L’Anthropologie statt.

Nach und nach wurden weitere Gemälde und Ritzungen in der Höhle entdeckt. Die letzte große Entdeckung gelang 1970 als Höhlenforscher mit hohem Aufwand wassergefüllte Siphons leer pumpten. Damit konnten sie die Cartailhac-Galerie erschließen sowie unerforschte Galerien betreten.

Mehr als 500 prähistorische Fußabdrücke konnten dabei entdeckt werden. Die ganz große Entdeckung war zweifellos die Zeichnung eines Wiesels, was es sonst in keiner anderen Höhle gibt

Der Eingangsbereich

Der italienische Künstler Massimiliano Fuksas erschuf im Jahre 1994 einen Eingangsbereich aus rostigem Stahl (Cortenstahl). Umfangreiche Infotafeln informieren über die Geschichte der Grotte Niaux. Angegliedert ist eine Aussichtsplattform, die einen fantastischer Blick auf die Bergwelt sowie das Tal bietet. Das Tal, in dem die Menschen einst lebten, die diese wunderbaren Höhlengemälde erschaffen haben.

Der heutige Eingang zur Höhle wurde künstlich geschaffen. Der damalige Zugang zur Höhle, den die Höhlenkünstler benutzen, ist heute verschüttet und nicht passierbar.

Besuch in der Grotte Niaux

Auf maximal 200 Besucher ist der Zugang zur Höhle begrenzt. Damit sollen Schäden in der Höhle und vor allem an den steinzeitlichen Höhlenmalereien vermieden werden. Es empfiehlt sich, die Eintrittskarten rechtzeitig online zu bestellen. Der Link zur Original-Buchungsseite lautet: https://sites-touristiques-ariege.oxygeno.fr/

Kurz vor Beginn der Führung wird das kleine Besucherzentrum besetzt, wo man sich meldet und auf der Besucherliste abgehakt wird. Zusätzlich werden die Besucher mit starken Lampen ausgestattet. In der Höhle selbst gibt es weder eine Beleuchtung noch einen befestigten Weg.

In der Höhle selbst herrscht eine Durchschnittstemperatur von 12 Grad C. Deshalb empfiehlt es sich neben einer warmen Jacke auch festes Schuhwerk anzuziehen. Am besten feste Wanderschuhe.

In der hintersten Ecke des Höhlenportals geht es dann endlich los. Durch eine Stahltüre sowie einer Schleuse betritt man ganz unspektakulär die eigentliche Höhle Niaux. Nach wenigen Minuten haben sich die Augen an das Dunkel der Höhle gewöhnt.

Ganze 30 Minuten benötigen wir für 600 Meter Höhlenweg. Davon abgesehen, dass wir immer wieder über rutschigen Boden gehen und in Pfützen treten, ist der Gang durch die Höhle vollkommen unspektakulär. Keine Tropfsteine schmücken die Gänge und Hallen.

Auf dem Weg durch die Höhle bekommen wir immer wieder Zeichen aus der Steinzeit zu sehen. Einfache Punkte und Striche. Diese Zeichen sind auch in anderen Höhlen in Frankreich zu finden. Die Bedeutung ist bis heute nicht geklärt.

Der Höhepunkt!

Wir erreichen den Salon Noir oder zu Deutsch: der schwarze Salon. Unser Höhlenführer bittet, dass alle Besucher ihre Lampen ausmachen. Es folgt ein Moment der Stille in absoluter Dunkelheit.

Plötzlich leuchtet eine starke Lampe des Höhlenführers auf die Kunstwerke, die wir zuvor nicht gesehen haben. Ein lautes Raunen geht durch die Besucher! Hier sind sehen wir die einmaligen Kunstwerke aus der Steinzeit. Die Gemälde weisen einen Erhaltungszustand wie am ersten Tage auf.

Pferde, Steinböcke, Bisons und Hirsche leuchten in Rot und schwarz an der Höhlenwand. Rund 85 % der Höhlengemälde der Grotte Niaux sind in dieser großen unterirdischen Halle zu bewundern. Die Halle soll eine Höhe von 45 Metern haben. Einfach riesig!

Doch zurück zu den Höhlengemälden aus der Steinzeit. Insgesamt wurden über 100 Gemälde sowie Gravierungen im Höhlenlehm entdeckt. Darunter auch die Gravur eines Fisches, was sehr selten ist. Ein detailgetreues Pferd samt Mähne und Geschlechtsteil schmiegt sich an den Konturen des Felsens an. Somit wird eine gewisse Räumlichkeit erzeugt. Es ist bewundernswert, welche Begabung die Menschen vor 13.000 Jahren bereits hatten. Weiter können wir einen Bison bewundern, der offensichtlich gejagt wird. In seinem Körper stecken rote und schwarze Pfeile. Das Fell der Tiere, die Mähnen, Beine und viele weitere Details wurden kunstvoll herausgearbeitet. Schaut Euch einfach die Fotos genau an und ihr werdet Euch wundern, welche Details es zu entdecken gibt.

Eine Besonderheit

Neben den bereits erwähnten Punkten, Strichen und Tieren gibt es in der Niaux Höhle etwas, was es sonst nirgendwo in einer Höhle zu bewundern gibt.

In der Galerie Cartailhac wurde die Zeichnung eines Wiesels gefunden. Bedauerlicherweise ist dieser Teil der Höhle für den gewöhnlichen Besucher nicht zugänglich, da der Höhlengang die meiste Zeit des Jahres überflutet ist.

 

Wiesel in der Grotte Niaux
Wiesel in der Grotte Niaux

 

Alles geht einmal zu Ende

Viel zu früh machen wir uns wieder auf den Rückweg, der unsere volle Aufmerksamkeit fordert. Nach knapp 2 Stunden und 2,5 Kilometern erreichen wir den Ausgang und erfreuen uns an der Sonne mit ihren warmen Strahlen. Um die gesammelten Eindrücke zu verarbeiten, werden wir sicherlich noch eine ganze Weile brauchen. Zu stark sind wir mit unseren Gedanken noch in der Steinzeit gefangen.

 

Lageplan der Höhle von Niaux

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